Die steilste "Autobahn" und irreguläre Bedingungen

Nach dem Rennen in Idre gings nach Sälen/Hundfjället (Startort des berühmten Waasalaufes). Die dortige Strecke ist vergleichbar mit jener von Idre. "Väggen" (zu deutsch: Wand) genannt gehts hier mit 100% Gefälle ca. 300m bergab. Im Vorfeld wurde schon viel über die Brutalität und die Stürze auf dieser Strecke erzählt. Dies lies mich jedoch kalt, der Anblick dieser Strecke entzückte mich und ich konnte es kaum erwarten dort endlich runterzuschießen.
Am Tag der Anreise wurden die Start-Nr im Rahmen eines Gala-Diners verteilt. Jede Mannschaft wurde einzeln auf die Bühne geholt und die Fahrer vorgestellt. Anschließend wurde bei der Speedparty (ein wenig) gefeiert. Der nächste Tag war trainings- und rennfrei
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Am Trainingstag herrschte perfektes Skiwetter - die Sonne schien, angenehme Temperaturen. Nach der ersten Fahrt wusste ich dass Väggen meine bisherige Lieblingsstrecke ist - steil, schnell und perfekt präpariert. Nach zwei weiteren Fahrten an diesem Tag lag ich mit 1,5 km/h Vorsprung vorne.
Dass diese Strecke nicht zu unterschätzen ist wurde schon am ersten Tag bestätigt. Nach den ca. 300m Steilhang wurde die Piste abrupt flach - eine gemeine Kompression. In dieser Kompression hatten fast alle zu kämpfen und drei Fahrer stürzten. Am schlimmsten erwischte es Stephan Schmid, der dem Druck in der Kompression nicht standhielt und Abhob wie Flugzeug. Nach seinem Einschlag mussten ca. 100m B-Netze neu aufgestellt werden! Er hatte jedoch Glück im Unglück - "nur" drei gebrochene Rippen. Die Zeitnehmung löste er trotz Sturz aus - 172 km/h!!
Nachdem ich wieder einmal mit sehr viel Vorsprung Trainings-Schnellster war freute ich mich auf den Renntag. Sehr starker Wind in der Nacht machte die Strecke jedoch unfahrbar. Rutschkommandos versuchten die durch den Wind entstandenen Rippen wegzurutschen. Dies scheiterte jedoch kläglich. Die Piste wurde dann mittels Schaufeln wieder glatt gemacht. Inzwischen verschlechterte sich das Wetter. Wind und Schneefall statt Sonnenschein. Die Zeichen standen gut für Abbruch - dies wäre wieder ein Sieg für mich gewesen. Unser Teamkapitän war/ist in dieser Hinsicht jedoch zu schwach und zweifelt nie an Entscheidungen der FIS. Aus Sicht- und somit aus Sicherheitsgründen hätte nie ein Lauf an diesem Tag gefahren werden dürfen. Trotzdem gings an den Start. Bei meinem ersten Lauf startete ich noch sehr gut, merkte aber während der Fahrt dass ich nichts sehe und vollendete die Fahrt auf Sicherheit - 3. Rang im Semifinale. Für das Finale - wo von einer Startrampe gefahren wurde - wollte ich richtig "Gas geben" um das Rennen trotz schlechter Bedingungen zu gewinnen. Meine Ski waren (wie immer) extrem gut präpariert und ich kommte mich am Start kaum halten - auch wegen des sturmartigen Windes. Wie im ersten Lauf startete ich sehr gut und fuhr dann aufgrund miserabler Sicht zu hoch und zu viel aufgekantet weiter. Mehr als ein 3. Rang war unter diesen irregulären Bedingungen für mich (als Schönwetterfahrer) nicht drin.
Nach diesem Rennen war ich ziemlich frustiert denn ein sicherer Sieg wurde aus oben angeführten Gründen verhindert. In Idre wurde zwar solange gewartet bis das Wetter passte - ein Abbruch hätte auch einen Sieg für mich bedeutet.
Eine Besonderheit von Väggen ist dass der Auslauf ein zugefrorener See ist.
Da 2011 in Sälen die nächste Weltmeisterschaft stattfindet kann ich als Positives mitnehmen dass ich diese Strecke liebe und am ersten Tag die höchste Geschwindigkeit mit ca. 163 km/h fuhr und 1,5 km/h Vorsprung hatte.
Sälen war die letzte Station der Skandinavientour. Diese war für mich mit zwei Siegen und zwei dritten Plätzen sehr erfolgreich. Ich konnte die Gesamtweltcup-Führung in Finnland übernehmen und die Führung in jedem Rennen weiter ausbauen. Für die verbleibenden zwei Weltcup-Rennen besitzte ich 75 Punkte Vorsprung. Es schaut sehr gut aus die Kugel mit nach Waidring zu nehmen.
Bilder
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Siegerehrung:
2. Stephano Bar (ITA),
1. Jan Magnusson (SWE),
3. Günther Foidl (AUT) |
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"Ausbeute" der Skandinavientour: 1. Salla WC 1,
1. Salla WC 2,
3. Idre,
3. Sälen
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