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 Salla
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Der 1. und 2. Weltcup-Sieg

15. März 2009 - Salla - Finnland - Lappland - "in the middle of nowhere". Eine Landschaft gesäumt von Wäldern, alle 50 km eine Ansammlung von ein paar Häusern und Rentieren. Weit über dem (nördlichen) Polarkreis nahe der russischen Grenze war es soweit - ich konnte meine ersten beiden Weltcup-Siege feiern. Aber der Reihe nach...

Die Anreise ins finnische Salla brachte bereits einige Überraschungen mit sich. Es gab Probleme am Flughafen von Helsinki mit den Schibindungen welche im Handgepäck mittransportiert wurden - auf den Flughäfen in Wien, München, Calgary, Vancouver, etc. stellte dies nie ein Problem dar. Nach einiger Diskussion mit den Sicherheitsbeamten hatte ich die Auswahl zwischen "nicht mitfliegen", "einchecken" oder bei weiteren Diskussion "Gefängnis". Ich dachte mir dann der klügere gibt nach und checkte die Bindungen (ungern) ein. Desweiteren wurden die kompletten Gepäckstücke eines Kollegen (Gerhard Peer) wo anders hingeflogen - er hatte jedoch das korrekte Ticket. Obelix würde sagen: "Die spinnen die Finnen!".

Auf der Fahrt vom Flughafen Rovaniemis (Hauptstadt von Lappland) nach Salla begegneten wir Rentieren. Unsere Mannschaft (Gerhard Peer, Markus Münzer, Martin Hochrainer, Teamkapität Valentin Münzer und ich) freuten uns wie die kleinen Kinder, auch weil eine interne Wette gewonnen/verloren wurde.

Am Samstag fand ein freies Training statt. Üblicherweise wird ein Trainingslauf gefahren und dann mit den Rennläufen begonnen. Da in Salla jedoch ein Doppelrennen geplant war wurden am Vormittag und Nachmittag jeweils zwei Stunden zum freien Trainieren zur Verfügung gestellt. In den insgesamt 6 Läufen erzielte ich immer die höchste Geschwindigkeit - mit mindestens 0,9 km/h Vorsprung.
Simone Origone und Phillipe May - die beiden erfolgreichsten aktiven Speedskifahrer - waren von meinen Fahrten und gut "gefederten" Fahrstil begeistert und äußerten dies bei meinen Kollegen - eine Ehre für mich.

Die Trainingsergebnisse ließen mich für das erste Rennen am Sonntag zuversichtlich stimmen. Nachdem ich die Rennläufe 1 und 2 weiterhin dominierte folgte das Finale. Ich war gespannt und ein wenig nervös: "Werde ich heute wohl gewinnen?", stellte ich mir die Frage. Am Start lenkte ich mich durch meine übliche Rennvorbereitung ab und konnte es kaum erwarten über die Piste gespickt mit Schlägen und Wellen talwärst zu rasen. Endlich kam vom Starter das Signal - "GO!" Nach der Fahrt sofort der Blick auf die Anzeigetafel - 140,29 km/h - Pos. 1 - geschafft! Einer der glücklichsten Momente in meinem Leben.
Danach passiert eigentlich alles automatisch: Interviews, ewiges Grinsen für die Presse, Siegerehrung!

Für Montag war das zweite Rennen geplant - dies wurde aufgrund des zu starken Windes auf Dienstag verschoben. Den Tag verbrachten wir mit einer Fahrt zur russischen Grenze und zu einem Rentierpark. Natürlich wurden auch die Rennschis für die geänderten Verhältnisse entsprechend präpariert und an die Bar gegangen...

Dienstags war herrliches Wetter und wir sahen zum ersten Mal die Sonne scheinen. Perfektes Schiwetter. Für mich der gleiche Ablauf wie sonntags - Bestzeit in allen Läufen. Im Finale hatte ich keine (eigenen) Druck mehr, denn ich hatte meinen Sieg bereits. Mit einer perfekten Fahrt und idealer Linie konnte ich meinen zweiten Triumph im Weltcup mit 142,55 km/h einfahren. Für diese Saison war das mein dritter Speed-Sieg in Folge.
Diesmal wurde bei der Siegerehrung auch die österreichische Bundeshymne für mich gespielt. Ein super Augenblick der eigentlich jedem gegönnt sein sollte .

Zusammenfassend kann ich sagen (bzw. schreiben):
Anfänglich möchte ich die Piste in Salla nicht - für Speed-Verhältnisse eher flach und mit sehr vielen Schlägen versehen. Da ich aber jede Fahrt über die Rumpelpiste dominierte entstand eine "Hassliebe" die zu zwei Siegen mit 1,57 km/h und 0,91 km/h Vorsprung führte. Ich glaube da muss ich nächstes Jahr wieder hin!

Mit diesen beiden Siegen übernahm ich auch die Führung im Gesamt-Weltcup. Diese gilt es nun auszubauen bzw. zu verteidigen.

Nach den Rennen gab es noch eine Abschlussparty auf der ich einen Moose-Burger (Elch-Burger) vertilgte. Am Tag darauf setzten wir unsere Skandinavien-Tour fort und flogen nach Schweden zu den Rennen in Idre und Sälen.
Beim Auspacken der Koffer in Idre gab es die nächste Überraschung von den finnischen Flugbehörden. In meiner Wachstasche lag ein Zettel mit der Info dass einige Gegenstände entfernt wurden - super! Entfernt wurden vier HelX-Sprays von denen einer ca. EUR 100,- kostet. Bei meinen Kollegen wurde (fast) nichts entfernt und so könnten wir bei den Schweden-Rennen mit den HelX zusammenhelfen. Danke an meine Kameraden.
Glücklicherweise machten wir in Salla Bekanntschaft mit einem holländischen Lappen der am Flughafen in Rovaniemi die verwarten Gegenstände abholte und per Post nach Österreich schickte - vielen Dank an Bart Braafhart.

Zu erwähnen gilt noch das gute Abschneiden meiner Teamkollegen im SpeedOne die an beiden Rennen Top10-Plätze erreichten.


Bilder

Die Fahrt zum 1. Weltcup-Sieg
1. Weltcup-Sieg
2. Weltcup-Sieg
Siegerehrung!
Ausflug zur russischen Grenze. Im Bild (von links): Peer, Münzer, FIS-TD Weiss, Foidl, Hochrainer. Es war kalt...
Besuch im Rentier-Park. Hier im Bild ein Rentier das die Abfahrtsposition trainiert

Videos

1. Weltcup-Sieg + Interview
2. Weltcup-Sieg (mit Siegererhung + Hymne). Auf dem Video ist auch das Semifinale, d.h. die zweite Fahrt von mir (rot-weiß-roter Anzug) ist die Siegesfahrt.
Sturz eines Läufers
Ankunft in Lappland: Erster Kontakt mit Rentieren