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 FIS-WC und Velocity Challenge in Sun Peaks (Kanada)
minimieren

Der Dreifachsieg

Am 01. März 2010 startete die knapp 24 stündige Anreise nach Sun Peaks im District British Columbia in den kanadischen Rocky Mountains. Nachdem die ÖSV-Herren bei den olympischen Spielen auf kanadischem Boden keinen Erfolg hatten versuchte ich bei meinen kanadischen Rennen erfolgreich zu sein.

Nach der Ankunft standen Dienstag und Mittwoch zur freien Verfügung. Da mein Teamkollege Gerhard Peer und ich unsere Frauen/Freundinnen mit hatten fuhren wir auch mit Hundeschlitten. Nicht zuletzt deswegen da wir letztes Jahr Skidoo gefahren sind ;-)
Nach der Einschulung im Hundeschlittenfahren regten sich Zweifel ob uns Roswitha da wohl nicht in etwas hineingeritten hat, aber nach den ersten hunderten Metern wussten wir dass doch nicht die Hunde die Chefs sind. Nach einigen auf-und-abs schrien Gerhard und ich nur noch "Go Go Go" während unsere Frauen "Brems, pass auf die Leine auf" schrien. Letzen Endes wares eine tolle Sache.

Donnerstags fand bei schlechter Sicht und Neuschnee das 1. Training statt. Beim ersten Lauf waren nur 2 Läufer über 100 km/h gefahren. Glücklicherweise waren dies die Läufer des Austria Speed Ski Team - Günther Foidl mit 100,04 km/h und Gerhard Peer mit 100,03 km/h. Im 2. Trainingslauf waren Günther und Gerhard abermals die Nummer 1 - Günther mit 122,20 km/h und Gerhard mit 121,70 km/h.

Nachdem sich das Wetter für den Freitag gebessert hat wurden am Freitag ein Trainingslauf, das Semifinale und das Finale gefahren. Günther Foidl war in keinem Lauf zum Schlagen und konnte das 1. Weltcup-Rennen an diesem Wochenende mit 156,24 km/h und knapp 2 km/h Vorsprung auf den Schweizer Michel Goumoens gewinnen. Gerhard Peer belegte mit 151,30 km/h den 5. Rang - der aufgrund seines Bänderrisses im rechten Sprunggelenk ausgezeichnet ist.

Bei ähnlich gutem Kaiserwetter fand am Samstag das 2. Weltcup-Rennen statt. Abermals konnte Foidl seine Klasse beweisen und mit 156,07 km/h und über 1 km/h Vorsprung auf den Schweizer "Kl Mike" gewinnen. Gerhard platzierte sich wieder in den Top6 mit 151,08 km/h.

Nach den FIS-Weltcuprennen findet in Sun Peaks traditionell die Velocity Challenge statt. Diese ist vergleichbar mit der FIS-Weltmeisterschaft und ist zugleich das prestigeträchtigste Speedrennen in Nordamerika. Laut Reglement wird bei FIS-Rennen die Geschwindigkeit auf 100m gemessen, bei der Velocity Challenge hingegen auf 25m und somit sind naturgemäß auch die gewerteten Geschwindigkeiten höher.

Auch dieses Rennen verlief für das Austria Speed Ski Team wie die anderen Rennen an diesem Wochenende. Günther Foidl holte seinen 3. Sieg in Serie mit 161,61 km/h und wiederum mit knapp 1 km/h Vorsprung auf "Kl Mike" während Gerhard Peer 5. mit 157,01 km/h wurde. Für Foidl war dies auch die erfolgreiche Verteidung des Sieges in der Velocity Challenge aus dem Vorjahr.

Da ich bei der Velocity Challenge über 160 km/h bin ich den "100 mph Club" in Sun Peaks aufgenommen werden - das haben bisher noch nicht allzuviele Downhiller geschafft.

Alles in Allem war der "Ausflug" nach Sun Peaks (Kanada) für das Austria Speed Ski Team ein voller Erfolg. Günther lieferte eine Machtdemonstration die sein schärfster Konkurrent im Gesamtweltcup Marc Poncin (GBR) wie folgt kommentierte: "Günther, das war kein Sieg und auch kein guter Sieg. Das war ein Demoralisierung deiner Gegner."

Durch meine Siege in Sun Peaks konnte ich auch die Führung im Gesamtweltcup übernehmen. Diese gilt es nun zu verteidigen.

Einige lustige Sprüche über mich:
Adam Earle (Rennleiter) bei der Siegerehrung: "This is the guy who spends 150 bucks a day on wax."
Eric Carl Strobl (Rennläufer) prägte die Begriffe "The Panzer", "The Jingle" und das Wort "gefoidelt" wurde eingeführt und bedeutet wenn ein Downhiller schneller als ein Speed-One-Fahrer ist.

Ich muss noch eine Anmerkung über den Referenten für Speedski im ÖSV - Alexander Ebner (Tauplitz) - und den Mannschaftsführer - Valentin Münzer (keine Ahnung woher) - tätigen. Beide bestreiten nach wie vor dass ich den Gesamtweltcup gewonnen habe, warum weiß ich nicht denn es ist seitens FIS offiziell. Weiters wollte mich in Sun Peaks beim Samstagsrennen mein eigenen Mannschaftsführer Valentin aufgrund meiner Fahrweise disqualifizieren lassen. Der Referee des Rennens Jason White erklärte daraufhin Valentin dass mein Fahrstil korrekt und der einzig schnelle sei. Nur soviel zum Thema wie Idioten auch ihre Arbeit bekommen.

Sollte jemand nach Kanada fliegen kann ich nur empfehlen auf die Air Canada zu verzichten - deren Gepäckregelung ist äußerst konfus und kann sehr schnell teuer werden ;-)


Bilder

Die "Headwalls"-Strecke in Sun Peaks.

"Familienfoto". V.l.n.r.:
Gerhard Peer (Irdning),
Tracie Sachs (USA),
Philippe May (SUI) und Günther Foidl (Waidring)

Gonzo - ein echter Kanadier ;-)

Gerhard Peer (Irdning),
Günther Foidl (Waidring) und
Michel "KL Mike" Goumoens (SUI).

Austria Speed Ski Team

Im Training bei Nebel und leichtem Schneefall.

Durch meine breite und stabile Hocke erhielt ich die Bezeichnung "The Panzer" ;-)

Landung nach dem Zielsprung mit 160 km/h.
Sieg Nr. 1 (FIS-WC) mit 2 km/h Vorsprung
Sieg Nr. 2 (FIS-WC) mit 1 km/h Vorsprung
Sieg Nr. 3 (Subaru Velocity Challenge) mit 1 km/h Vorsprung
Mein Siegerski - Dank an Salomon!
Doppelsieger!

Dreifachsieger!

Ab nun war ich "The Jingle"

Mit der Trophäe für die Velocity Challenge.

 


Videos

Siegerinterview mit Günther Foidl nach dem 1. Weltcuprennen
Interview mit Gerhard Peer nach dem 1. Weltcuprennen
Gerhard Peer beim Warten auf den Start.
Günther Foidl beim Warten auf den Start.
Foidl und Peer in einer nicht ganz ernsten Startvorbereitung ;-)
Das Austria Speed Ski Team gibt Einblicke in eine etwas andere Startvorbereitung (im Flugzeug)